Zwischentöne

Ok, ich hoffe, für alle Neu-Leser ist der Blog jetzt ein wenig übersichtlicher.

Bleiben wir bei der anhaltinischen Linie.

Meine Mutter hatte also eine Tante und zwei Onkel.

Unter anderen Umständen hätte ich diesen Verwandschaftsgrad in meiner Geschichte vernachlässigt, aber da ich einen Onkel meiner Mutter auch noch durch seine Krebs-Krankheit begleitete und bis zu seinem Tod pflegte, sollte er hier schon mal erwähnt werden. Dieser Onkel meiner Mutter gehörte übrigens zu den gutgeratenen Kindern meiner Großeltern.

Heinz verließ die Zone vor dem Mauerbau und lebte ein anständiges Leben, … glaube ich.

Sein Bruder Horst folgte ihm, allerdings nach dem Bau der Mauer. Ich lernte ihn einmal kennen. Ein Freigeist, für meine damals 16 Jahre.

Die wildesten Gerüchte kursierten auf Familienfeiern über ihn. Gefängnis, Drogen und unmögliche Frauen standen auf seiner Geht-Gar-Nicht-Liste. Er hatte ungefähr den Status seiner Schwester Gerda, nur mit dem Unterschied, dass er nicht unbedingt auffiel, wenn er mal auftauchte.

Die gute Tante Ruth, eine der guten Kinder, hatten einen polnischen Soldaten geheiratet, der nach Kriegsende und der Vertreibung, in ihrem Heimatort gestrandet war.

Warum diese Verbindung nicht von den Menschen geahndet wurde, habe ich nie begriffen.

Sie verlor diesen Mann bei einem Grubenunglück in dem Kupferbergwerk, in dem mein Urgroßvater ein Leben lang gearbeitet hatte.

Onkel Bruno hinterließ einen Sohn, der ca. anderthalb Jahre jünger, als meine Mutter war.

Und Tante Ruth lebte danach bis an ihr Ende mit einem Mann zusammen, der sieben Jahre in russischer Kriegsgefangenschaftt überlebt hatte.

Ihr glaubt, das würde reichen, für eine Familiengeschichte,… für ein Schicksal???

Ich bin noch nicht fertig