Heidi geht auf ihre letzte Reise

Ich konnte mir nichts Schlimmeres vorstellen, als meine Mutter zu zwingen, ihr geliebtes zu Hause zu verlassen. Sie wusste ja, dass es ans Sterben ging.

Eines Tages rief sie Morgens an und meinte, es ginge ihr gut und sie hätte Lust, zu uns in den Garten zu kommen. Wir fuhren natürlich sofort los und holten sie ab. Es wurde ein sehr schöner Tag. Vor allem, weil sich Heidi überreden ließ, in den kleinen Bassin zu steigen, den mein Mann zwei Tage vorher gekauft hatte. Ich lachte ihn noch aus deswegen, als er mit dem Ding ankam. Aber er meinte nur, vielleicht fände sie das richtig gut, wenn sie noch einmal zu uns käme.

Es war ein schöner, aber auch sehr anstrengender Tag für Heidi. Sie ließ sich daher nur zu gern überreden, bei uns zu bleiben. Nur diese eine Nacht.

Am nächsten Morgen boten wir ihr an, einfach die ganze Woche zu bleiben. Sie willigte ein, nachdem sie uns das Versprechen abgenommen hatte, dass es wirklich nur diese eine Woche wäre.

Heidi sollte nie wieder in ihre Wohnung kommen.

Am selben Tag noch bastelteten wir unsere Wohnung um. Unser Schlafzimmer wurde Heidis Zimmer, unser Arbeitszimmer wurde zu unserem Schlafzimmer. Sie moserte wie verrückt. Wir sollten doch nicht so einen Aufwand betreiben, es wäre ja nur für eine Woche… .

Ich denke, sie hat gewusst, dass sie nicht wieder nach Hause kommt. Wenn mich nicht alles täuscht, hat sie nur auf einen solchen Tag gewartet. – Um es mir ein wenig einfacher zu machen.

Genau weiß ich es nicht, aber… sie hätte es definitiv drauf gehabt.

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